Montag, 2. November 2009

Knapp vorbei ist auch daneben...



Das gilt fuer mich und fuer so manche TipperIn...

4.27,48 bedeutete leider knapp 2 Minuten ueber meiner eigenen bisherigen Bestzeit. Lange dachte ich, dass ich richtig schnell unterwegs bin, aber die letzten 10 Kilometer waren hart und bergauf.

Dennoch bin ich zufrieden und es war ein echt cooles Erlebnis. An dieser Stelle ein herzliches Danke an alle die mitgetippt haben, an manche die eine ermutigende Email geschickt haben und auch oder vor allem an meine Familie, die mich einige viele Stunden entbehrt hat.

In Soweto zu laufen war anders: es waren viel weniger Weisse am Start. Die letzten Sekunden vor dem Start wurde gesungen. Unzaehlige Zuschauer waren auf den Strassen und ich habe hunderte von Kinderhaenden abgeklatscht. Regelmaessig hat man mir "Go muhlungu, go" hinterhergerufen - "lauf weisser Mann lauf!" Ich habe mir alle Muehe gegeben ;-)

Ach ja: Gewonnen hat der Tipp 4.30,01. Herzlichen Glueckwunsch.

Bis dann dann

Matze

Dienstag, 20. Oktober 2009

Marathon


Ich laufe den Soweto Marathon. Am 1.11. wird es soweit sein. Ehrlich gesagt erfüllt sich damit für mich ein kleiner Traum. Als ich mit dem Laufen angefangen habe wollte ich das unbedingt mal machen. Einmal durch dieses Township rennen. Jetzt ist es soweit.

Und es ist deine Gelegenheit ein kleiner Teil davon zu werden. Du kannst tippen, mit welcher Zeit ich im Ziel ankomme. Und wenn du am nächsten von allen Tippern an meiner wirklichen Ankunftszeit dran bist, dann werde ich dir das T-Shirt schicken, dass ich für meine Zielankunft erhalte.

So funktioniert es:

Du spendest 10 Euro an meinen Arbeitgeber an die Kontonummer, die du hier findest. Bitte wähle das Konto für Afrika aus und gib "Projektkonto 7010 - Dichristin" als Verwendungszweck an. (von dem Konto werden unsere Projektkosten hier in Südafrika teilweise gedeckt)

Du schickst mir per E-Mail die Zeit, von der du denkst, dass ich 42,2 km beenden kann.

Ich werde nicht kontrollieren, ob du wirklich gespendet hast. Das ist Vertrauenssache. Wenn du 20 Euro spendest kannst du 2 Zeiten tippen. Bei 100 Euro 10 Zeiten usw.

Am 31.10. werde ich an alle Teilnehmer eine anonyme Liste schicken, welche Zeiten getippt wurden. Du musst dir also deine Zeit merken, damit du sie in der Liste wieder findest. Wenn gleiche Zeiten getippt werden, dann entscheidet der Tag und die Zeit, wann ich den Tip erhalten habe.

Der beste Tipp erhält das T-Shirt und eine pdf. Version meines neuen Buches, das wohl nie veröffentlich wird ;-), in einer E-Mail. Die zweit- und drittbeste TipperIn erhält nur die pdf. Version des Buches.
Wichtig:

Wenn das Rennen abgesagt wird, ich mich verletze oder krank werde oder das Rennen nicht zuende rennen kann, dann wird keine Spende zurück erstattet! Das ist dein Risiko. Du spendest Geld! Es entstehen für dich daraus keine Ansprüche!

Noch ein paar Tipps zum Tippen:

Meinen ersten Marathon 2008 lief ich in 4.25 Stunden

Meinen zweiten Marathon 2009 in 4.40 Stunden

Das Streckenprofil beim ersten Marathon war leicht.

Der Sowetomarathon ist anscheinend sehr anstrengend, weil es heiss ist und in Soweto kein Schatten/Baeume sind.

Ich wiege jetzt 3 Kilo mehr als bei meinem ersten Marathon.

Wahrscheinlich hilft dir das so wenig bei deiner Einschaetzung wie mir. Trotzdem: Viel Spass!

Matze

Freitag, 28. August 2009

Predigen?

Vieles, was wir so von uns geben halte ich fuer Unsinn. Irrelevant, langweilig, unbedeutend. Oder sogar falsch, einengend, gefaehrlich, manipulierend.

Vielleicht sollten wir aufhoeren zu predigen. Ist der Muehe kaum wert. Und das sage ich, obwohl ich ein leidenschaftlicher Prediger bin...

Gestern hatte ich ein 2-minuetiges Gespraech, in dem ein einziger Satz alles auf den Kopf gestellt hat. Ein Satz, der mein ganzes Lebenskonzept beschreiben koennte, der mein Wunschdenken darstellt, der herausfordert manchmal auch bestaetigt und alles auf den Kopf stellt.

Ein einziger Satz, der vielleicht fuer mich wichtiger ist, als jede Predigt, die ich je gehoert habe oder hoeren werde. Ein Satz, der irgendwie unglaublich viel Gewicht hat.

Wir sollten mehr miteinander reden!

Matze

Ach ja: "I want to show grace in the many small decision I take everyday..."

Denk mal drueber nach, wenn dein Kind nervt, deine Frau sich eine Auszeit goennt, die Kassiererin nicht in die Poette kommt, die ungeliebte Freundin anruft, der Boss nervt, die Deadline nicht eingehalten wurde, du im Stau stehst, der Kollektenkorb durch die Reihen geht, du eine rotzige Antwortmail schreibst, dir jemand Geld schuldet, es einfach wieder mal laenger dauert... oh je, oh je

Ach ja: Oder wenn jemand grottenschlecht predigt

Mittwoch, 29. Juli 2009

und heute schon wieder...

Habe 2 Kolumnen auf www.dichristin.de gestellt.

Einfach unter Blitzlichter nachlesen. Viel Spass!

Montag, 27. Juli 2009

Ich weiss nicht, was ich sagen soll...

und deswegen steht hier schon so lange nichts mehr.

Nicht, dass in meinem Leben nichts passiert... es stellt sich nur so oft die Frage nach dem Gehalt.

Ich bin gerade zerrissen: Theologisch, persoenlich, inhaltlich, oertlich und was weiss ich noch wie.

Und gemein an der Situation ist, dass ich die Hoffnung gerade nicht habe, dass sich das in absehbarer Zeit aendern wird.

Es scheint gerade dran zu sein, einfach mal abzuwarten. Zu schauen was passiert. Tatenlosigkeit auszuhalten, obwohl genug zu tun ist. Die Dinge am Laufen halten, obwohl alles anders werden muss. Abwarten, bis es sich abzeichnet...

Das kann ich ueberhaupt nicht. Es macht mich wahnsinnig. Naja, es zerreist mich halt.

Einfach neu anfangen? Scheint nicht dran zu sein! Wir werden sehen.

Mein Glaube steht Kopf. So lautet mein neues Buch. Das habe ich geschrieben in den letzten Wochen. Es liegt auf meinem Desktop und harrt der naechsten Schritte. Auch hier passiert nichts weiter.

Abwarten.

Tschuess.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Effektiv provokativ?


Ich war im Eastern Cape unterwegs. Wir haben Präventionsworkshops gemacht. Um die 100 Leute aus mehr als 10 Gemeinden haben wir an drei verschiedenen Orten geschult. Dazwischen sind wir mehr als 1000km gefahren. Am Schluss noch eine Predigt und das in 4 Tagen. Es hat Spaß gemacht und ich hoffe, dass was hängen geblieben ist.

Im Vorfeld habe ich mir vorgenommen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Also habe ich gewettert:
Gegen die Ausbeutung von Frauen
Gegen eine Kultur, die Nein-Sagen schwer macht
Gegen fromme Lügen

Für HIV-Test
Für Outings
Für Kondome

Manchen ist der Atem gestockt, andere haben ablehnend genickt, viele haben zugestimmt.

Ein Pastor hat sich geoutet und sich bedankt, dass wir seine Würde wieder hergestellt haben. Einer hat mich noch nie so leidenschaftlich und inspiriert (im wahrsten frommen Sinne ;-) reden gehört. Viele haben gelacht. Davon will ich mehr erleben...

Speak the truth in love. Christian must live in the tension... between animal and angel...

Weiter gehts!

Matze

Freitag, 8. Mai 2009

Erweitere deine Grenzen!


Fast zwei Monate gab es keinen Eintrag - ja, ich kaempfe schon wieder mit dem Bloggen. Nun gut: Dieser Eintrag schlummert schon lange in meinem Bauch.
In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass das Missionarsein meine Grenzen dramatisch erweitert. So weit, dass es fast weh tut, dass es schwer ist, alles unter die Fuesse zu bekommen.
Das Bild spricht davon. Wer mich kennt, der weiss, dass ich unglaublich Angst vor Schlangen habe. PANIK, GAENSEHAUT, SCHWEISS, ATEMNOT. Ehrlich... richtig Angst! Mit einem Freund an der Seite habe ich sie fuer einen Bruchteil ueberwunden. Fuer mich war das richtig ueberraschend. Das war ein Schritt, den ich schon oefter theoretisch angedacht habe, aber in diesem Leben fuer unmoeglich hielt.
Andere Dinge passieren einfach:
Die Tochter einer sehr guten Bekannten stirbt unerwartet und dramatisch und ein paar Stunden nach dem Tod sitze ich mit meiner Frau in ihrer Huette. Ich denke nicht mal nach, was ich sagen oder nicht sagen sollte. Ich frage mich auch nicht, was zu tun ist. Sind das nicht Momente, die Mut brauchen, die mich eigentlich ueberfordern? Trauern begleiten... uuups. Ich habe gemerkt, dass ich hier einfach handle, ob ich etwas kann, darf oder der richtige Zeitpunkte gekommen ist, spielt meist eine untergeordnete Rolle.
Der Knast: Nicht nur, dass ich da immer wieder hingehe, nein ich schmuggel auch andauernd Sachen rein, die verboten sind. Guertel (hoffentlich erhaengt sich niemand, aber die traegt da illegalerweise jeder), warme Jacken (zivile Kleidung ist verboten), Geld, SIM-Karten (Handys sind auch verboten) und was sonst so gebraucht wird. Vor zwei Wochen hatte mein Freund keine Besuche mehr uebrig (man darf ihn nur 3x im Monat besuchen, was fuer eine Scheissregelung): Tja, dann haben wir in den Besucherantrag jemand anderes eingetragen, der noch Termine hatte und als wir drin waren wurde der Waerter mit einer Dose Cola gescmiert und unser Freund zu uns gebracht...
So ist das Missionarsleben: Traurig, gefaehrlich und illegal... ;-))
Und ich kann jedem nur empfehlen (und mir auch): Lasst uns das Leben noch gefaehrlicher machen... dann ist es mehr Nachfolge!
Matze